Grußwort des Kasperls

KaperlServüs, liebe Kültürschaffenden und Kültürgeniesenden zu den Augschburger Kültürtagen.

Wo mer mi gfrogt hat, ob i a Grußwort für die Kültürtage macha dät, hab i gsagt, froilig, i bin a freundlicher Holzkopf und grüß jedn gern! In meiner Puppakischt sin im Puppenfundus von Lummerland bis Titiwu ja Figuren aus aller Welt und o i war ja scho auf Gastspielreise in die Vereinigten Arabischen Emirate und bis in Japan.

Erscht vor kurzem hab i ja mit einem Ballon an Ausflug bis in die Stratosphäre unternomma, o wenn i saga muß, das dort droba kulturell eher wenig gebota isch. Umso lieber bin i deshalb jetzt wieder hier in meim schöna Augschburg und werd des Programm von die Kültürtage geniesa.

Neben Zwetschgadatschi isch ja eine moiner Leibspeise Döner mit Sauerkraut, und wo i in euerm Programmheft glesa hab, das mei Leibspeise dort auch no als Kabarettprogramm auf die Bühne kommt, hab i mi doppelt gfreut.

In unserm Augschburg ham ja inzwischa 40% der Bevölkerung einen Migrationshintergrund. Und i find, das des unserer Stadt guad tut und sie bereichert. Mir Augschburger ham früher ja sehr mißtrauisch auf alles gschaut was über Lech und Wertach drüber war. Dinkelscherben und Aichach war für uns ja scho fascht so was wie feindliches Ausland, wo mer eh koin mehr versteht.

I erinner mi o no an Zeita, wo mer sich scho als Weltenbürger gfühlt hat, wenn mer oimol zum Pizzaessen ganga isch!

Glücklicherweise ham mir Augschburger dann aber doch irgendwann o festgstellt, daß die Ausländer eigentlich ganz nett sin und heute leben mir ganz selbstverständlich miteinand. Der Kapitän vom FCA isch Holländer, im Eishockey fallen ohne Multikulti koine Tore und unser Kulturleben wird von Künstlern aus aller Welt bereichert.

Nachdem ja scho der Karl Valentin gsagt hat: „Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit“, und i aus unserm eigenen Theater woiß wie recht er damit hat, kann i gut nachempfinda, wie viel Arbeit die Organisation der Kültürtage bedeutet. Davor ka i bloß den Hut bzw. mei Zipfelmütze ziehen!

I wünsch den Kültürtagen viele gelüngene Auftritte, ein begeistertes Publikum und das mer hinterher einmal mehr saga kann, das mir Augschbürger ein weltoffenes Völkchen sind!

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